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Schlechtwetterzeit: Hilfe fürs Handwerk

Wer seine Arbeit in den Wintermonaten unterbrechen muss kann ab sofort unkompliziert an Hilfe kommen. Saison-Kurzarbeitergeld heißt das Zauberwort.

Die Tage werden kürzer, das Wetter immer schlechter und die Mienen der Unternehmer immer finsterer. Das alles sind klare Anzeichen dafür, dass der Winter vor der Tür steht.

Damit Arbeitnehmer in der dunklen Jahreszeit nicht entlassen werden müssen, gibt es in Deutschland das sogenannte Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-Kug). Dieses ist als Sonderregelung des Kurzarbeitergeldes konzipiert und ersetzt seit 2007 das System der Winterbauförderung.

 

Neuerungen lassen Arbeitnehmer und Betriebe profitieren

In diesem Winter gibt es einige Neuerungen, von denen die Betriebe direkt profitieren. So entfällt ab jetzt grundsätzlich die Pflicht, den Arbeitsausfall zu melden. War dies bisher für Betriebe, die das Saison-Kug beziehen wollten, nur bei witterungsbedingten Ausfällen vorgesehen, so gilt dies nun auch, wenn der Ausfall andere Gründe hat - etwa ein Auftragsmangel oder andere wirtschaftliche Gründe.

Die Schlechtwetterzeit beginnt am 1. Dezember und endet am 31. März. Sie gilt für das Bauhauptgewerbe, die Betriebe des Dachdeckerhandwerks sowie des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus. Für das Gerüstbaugewerbe läuft die Schlechtwetterzeit bereits seit 1. November.

 

Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Arbeitnehmer haben in dieser Zeit Anspruch auf Saison-Kurzarbeitergeld, sofern folgende Punkte erfüllt sind:

  • Der Betrieb muss dem Baugewerbe oder einem Wirtschaftszweig angehören, der von saisonbedingtem Arbeitsausfall betroffen ist.
  • Der Arbeitsausfall muss erheblich sein und entweder wirtschaftlichen Gründen wie etwa Auftragsmangel, witterungsbedingten Gründen wie beispielsweise Frost oder unabwendbaren Ereignissen wie Naturkatastrophen zugrunde liegen. Im Gerüstbauhandwerk gilt, dass Zuschuss-Wintergeld und Saison-Kurzarbeitergeld ausschließlich für witterungsbedingte Arbeitsausfälle gewährt werden.
  • Der Betrieb muss mindestens einen Arbeitnehmer aufweisen. Dieser muss in einem gültigen, versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehen und es nach dem Arbeitsausfall weiterführen.

Es war bislang nötig, dass Arbeitgeber Ausfälle, die nicht durch die Witterung beeinflusst waren, bei der zuständigen Agentur für Arbeit schriftlich mitgeteilt werden musste. Seit diesem Jahr entfällt diese Pflicht. Laut Bundesarbeitsagentur müssen für den Bezug des Saison-Kurzarbeitergeldes (Saison-KuG) künftig nur noch die entsprechenden Abrechnungsunterlagen eingereicht werden. Aufzeichnungen, die Gründe für die Arbeitsausfälle belegen, sind jedoch auch weiterhin aufzubewahren.

 

Arbeitgeber zahlt vielfältige finanzielle Leistungen

Ausgezahlt werden die diversen Leistungen durch den Arbeitgeber. Die Leistungen der Agentur für Arbeit beinhalten das Mehraufwand-Wintergeld, das Zuschuss-Wintergeld, das Saison-Kurzarbeitergeld und die Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Innerhalb von drei Monaten können Arbeitgeber die Leistungen bei der Agentur für Arbeit beantragen. Dabei hängt es vom Firmensitz ab, welche Arbeitsagentur für den jeweiligen Betrieb zuständig ist.

 

Wie hoch sind die Leistungen

Arbeitnehmer mit Kind haben einen Anspruch von aktuell 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Kinderlose Arbeitnehmer bekommen immerhin noch 60 Prozent. Schon ab der ersten Ausfallstunde greift die Regelung, wenn nicht noch angesparte Arbeitszeitguthaben aufzulösen sind. Gerüstbauer haben bei ausschließlich witterungsbedingten Arbeitsausfällen die tarifliche Ausgleichsleistung von 150 Ausfallstunden einzubringen. Saison-Kurzarbeitergeld wird hier erst ab der 151. Ausfallstunde gewährt.

Wenn durch Auflösung von Arbeitszeitguthaben Ausfall vermieden wird, haben Arbeitnehmer Anspruch auf Zuschuss-Wintergeld in Höhe von 2,50 Euro für jede ausgefallene Arbeitsstunde. Im Gerüstbau beträgt das Zuschuss-Wintergeld 1,03 Euro.

Vom 15. Dezember bis Ende Februar wird ein Mehraufwands-Wintergeld in Höhe von 1,00 Euro je geleistete berücksichtigungsfähige Arbeitsstunde gezahlt. Das Mehraufwands-Wintergeld wird im Dezember für maximal 90 Arbeitsstunden, im Januar und Februar für maximal 180 Arbeitsstunden überwiesen.

Diese Leistungen sind sowohl steuer- als auch sozialversicherungsfrei, werden also netto ausgezahlt. Den Arbeitgebern werden die von ihnen alleine zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge für Bezieher von Saison-Kurzarbeitergeld in voller Höhe erstattet (nicht im Gerüstbauerhandwerk). So ist die Saison-Kurzarbeit fast kostenneutral.

 

Quelle: dhz – Deutsche Handwerks-Zeitung

 

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