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"Wer den Meisterbrief bekommt, hat eine gute Prognose"

Das Handwerk feiert seinen Nachwuchs: Die Meister- und Absolventenfeier 2026 in der Siegerlandhalle Siegen wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für die rund 350 jungen Meisterinnen und Meister sowie Betriebswirte (HwO) und die Verkaufsleiterinnen im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei), die nun alle endlich den Meisterbrief bzw. ihre Urkunden stolz in den Händen halten konnten. Getragen vom Applaus der über 1.300 Gäste, wurde ziemlich schnell deutlich: Wir brennen für das Handwerk! Das spiegelte sich auch in den Glückwünschen wider.

"Vor mir sehe die Zukunft des Handwerks"

In einer Talkrunde mit HwK-Präsident Jochen Renfordt und Hwk-Vizepräsident Michael Neuhaus sprach der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, den Absolventinnen und Absolventen ausdrücklich seine Wertschätzung aus und würdigte deren Leistung: "Darauf können Sie stolz sein."

Es sei wichtig, guten beruflichen Nachwuchs zu haben. Auch die Politik könne und wolle ihren Beitrag dazu zu leisten. "Da haben wir politisch etwas zu tun – und wir versichern, dass wir die Ärmel hochkrempeln", sagte Wiese. Es sei entscheidend, eine Ausbildung zu machen und damit berufliche Perspektiven zu haben. "Wer heute den Meisterbrief bekommt, hat eine gute wirtschaftliche Prognose vor sich." Zugleich sprach er sich für konkrete Entlastungen für die Betriebe aus – Stichwort Bürokratieabbau. Für ihn gehe es darum, Berichts- und Statistikpflichten deutlich zu vereinfachen.

"Vor mir sehe ich die Zukunft des Handwerks", freute sich HwK-Präsident Jochen Renfordt. Die Meisterinnen und Meister hätten in den vergangenen Monaten Durchhaltevermögen und fachliche Stärke bewiesen.

Der Meisterbrief eröffne vielfältige Perspektiven. "Mit dem Meisterbrief in der Tasche kann ich alles tun", betonte Renfordt. Selbstständigkeit, Ausbildung eigener Fachkräfte und unternehmerische Freiheit seien zentrale Chancen. "Mehr Freiheit geht nicht in diesem Land, als sich als selbstständiger Meister oder Meisterin das Leben selbst zu gestalten."

"Wir kämpfen immer dafür, dass junge Menschen ins Handwerk kommen. Hier sitzen sie geballt", sagte HwK-Vizepräsident Michael Neuhaus. "Die Zukunft steht Euch allen offen!" Zugleich appellierte er daran, sich kontinuierlich weiterzubilden: "Wer im Handwerk stehen bleibt, hat verloren."

Zwei Erfolgsgeschichten, die Mut machen

Wie die unternehmerischen Perspektiven aussehen können, zeigten zwei praktische Beispiele aus der Region. Bäckermeisterin Celine Hümmeler aus Lennstadt-Oedingen erhielt im vergangenen Jahr ihren Meisterbrief und gründete direkt im Anschluss ihre eigene Bäckerei. In einer ehemaligen Garage, die sie mit Hilfe der Familie komplett umgebaut hat, entstand ihr Betrieb Chümmi. "Wie schnell es doch gehen kann, wenn man denn will", sagte sie rückblickend. Ihr Appell an den Meister-Nachwuchs: "Jeder hat die Kraft. Wir können alles schaffen."

Auch Metallbauermeister Daniel Bornemann aus Brilon berichtete von seinem Weg in die Selbstständigkeit. "Mut zahlt sich aus", sagte er. Entscheidend sei die innere Haltung: "Wenn man dafür brennt und Einsatz zeigt, dann kommt der Erfolg von selbst."

Feierlicher Höhepunkt der Veranstaltung

Lang erwartet – und dann war er da, der Höhepunkt des Abends: Die persönliche Übergabe der Meisterbriefe und Zertifikate durch Ehrengast Dirk Wiese, Präsident Jochen Renfordt und Vizepräsident Michael Neuhaus, begleitet vom tosenden Applaus. Hier stand der Einzelne im Rampenlicht – die Bedeutung des Augenblicks sichtlich genießend.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band Goodbeats, Comedian Benni Stark sorgte mit jeder Menge Lacher für beste Unterhaltung im Publikum. Nach dem offiziellen Teil wurde weitergefeiert. Bei der After-Show-Party mit DJ Sunshine wurde bis spät in die Nacht getanzt, angestoßen und der große Tag gebührend abgeschlossen.

Insgesamt legten in den vergangenen zwölf Monaten 420 Handwerkerinnen und Handwerker ihre Meisterprüfung erfolgreich ab. Hinzu kamen 13 Betriebswirte (HwO) und sechs Verkaufsleiterinnen im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei). Von den frischgebackenen Meistern waren 35 Frauen und 385 Männer. Insgesamt 17 Gewerke waren in Siegen vertreten. Die größte Gruppe stellten auch in diesem Jahr die Kraftfahrzeugtechniker mit 102 neuen Meistern, gefolgt von den Bäckern mit 36 sowie den Installateur- und Heizungsbauern mit 35 Absolventinnen und Absolventen.